Medienmitteilung der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA
SPERRFRIST: DONNERSTAG, 26. FEBRUAR 1998, 10 UHR
Weder Nato-Beitritt noch bewaffneter Alleingang:
Eine Schweiz mit einem zivilen Friedensdienst und ohne Armee
Was die Kommission Bunner heute präsentiert, ist kalter Kaffee. Die Schweizer
Armee hat ihren Feind verloren. Eine Arbeitslose kämpft darum, nicht ausgesteuert zu
werden. Die Hauptfunktion der Kommission Brunner war, einer Institution, die keine
Aufgaben mehr hat, neue Legitimation zu verschaffen. Dabei konnte sie nur scheitern. Die
Frage nach dem Sinn der Armee wagte dieses Gremium schon gar nicht zu stellen.
Die Kommission Brunner macht im wesentlichen drei Vorschläge:
- Durch eine Reduktion der Bestandeszahlen sowie eine Straffung des Dienstbetriebes soll
den Bedürfnissen der Wirtschaft Rechnung getragen werden.
Doch: Selbst wenn die Landesverteidigung kleiner wird, wird sie nicht sinnvoller.
Eine unnötige Belastung für den Wirtschaftsstandort bleibt sie weiterhin.
- Die Armee soll durch eine Ausweitung ihrer Aufgabenbereiche im Inland neuen Sinn finden.
Für zivile Aufgaben gibt es qualifiziertere und effizientere Organisationen als
die Armee. Als Antwort auf "unkontrollierte Migrationsbewegungen (S. 15) ist
die Armee als Verstärkung "in ausserordentlichen Situationen untauglich. Für
die "Bekämpfung des Terrorismus (S. 16) braucht die Schweiz, die über
ungleich mehr ausgebildete Polizeikräfte als das benachbarte Ausland verfügt, keine
militärischen Einheiten. Das Festhalten am "Einsatz der Armee bei inneren Unruhen
(S.17) - selbstverständlich wie bisher nur im Ausnahmefall - ist für die GSoA
vollkommen unakzeptabel.
- Die Armee soll sich durch eine Nato-Annäherung neu positionieren, gleichzeitig aber an
"einer angepassten glaubwürdigen autonomen Verteidigung (S. 8) festhalten.
Die Kommission Brunner versucht den Spagat zwischen bewaffnetem Alleingang und
Nato-Integration. Die GSoA will mit ihren beiden Initiativen dazu beitragen, dass die
Diskussion über die Zukunft der Sicherheitspolitik und die Öffnung der Schweiz nicht nur
zwischen diesen beiden militärischen Optionen "bewaffneter Alleingang und
"Nato-Beitritt abläuft. Die GSoA schlägt eine dritte, eine zivile Option vor:
Ziviler Internationalismus und der Abschied vom bewaffneten Alleingang. Am 17. März 1998
lanciert die GSoA aus diesem Grund zwei Volksinitiativen für einen freiwilligen Zivilen
Friedensdienst und eine Schweiz ohne Armee.
Abschliessend hält der Brunner-Bericht fest, in der Sicherheitspolitik müsse eine
klare Linie festgelegt werden (S.26). Der Bericht hingegen stellt das Gegenteil einer
klaren Linie dar. Das Motto lautete vielmehr: Möglichst alles mit den unterschiedlichsten
Begründungen vorschlagen, es allen recht machen und nur nicht die Frage nach dem Sinn der
Schweizer Armee stellen. Für die GSoA stellt der Bericht Brunner daher eine
untaugliche Antwort auf die aktuellen Fragen dar.