von Edy Zarro
Antimilitaristische Propaganda ist in jedem Augenblick nötig und am Platz. Deshalb bin ich für eine neue Initiative für die Abschaffung der Armee. Seit der Lancierung der ersten Initiative sind mehr als zehn Jahre vergangen. Problematisch ist eher die Art und Weise der Lancierung. Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Auch mit dieser Initiative werden wir die Armee nicht abschaffen. Darum ist es unnötig, Wortspielereien zu betreiben und uns den Anschein politischer Respektabilität verleihen zu wollen. Die antimilitaristische Propaganda muss eine ethische Spannung haben und klar sein; sie darf sich nicht unnötigem Taktieren anpassen, um Sympathien bei anderen Kreisen zu erheischen. Meine Haltung gegenüber den Initiativ-Entwürfen ist folgende: Dem ersten Artikel der ersten Initiative («Die Schweiz hat keine Armee») stimme ich voll zu, auch den Punkten 2 und 3, hingegen lehne ich Punkt 4 vehement ab. Von der «breit abgestützten Zusammenarbeit zwischen Staaten» haben wir genügend Beispiele gesehen, um zu wissen, dass sie der Freiheit und Selbstbestimmung der Individuen nicht gerade förderlich ist. Davon können wir nichts Gutes erwarten. Was die in Betracht gezogenen «bewaffneten Einheiten von maximal 800 Freiwilligen» betrifft (sofern dies nicht ein Witz ist), so kann daraus nichts gedeihen, weil solches Taktieren einige irreführt und niemanden zufriedenstellt. Der zweite Vorschlag, der nicht einmal die Abschaffung der Armee vorsieht, interessiert mich einfach nicht. Entweder stellt man eine radikale antimilitaristische Forderung auf, oder man lässt es bleiben und wartet auf bessere Zeiten, ohne hinderliche «Politiker» als Klotz am Bein.