von Jean-Michel Dolivo
Die Verlautbarungen von Bundesrat Ogi über die Notwendigkeit einer schweizerischen Beteiligung an der «Partnerschaft für den Frieden» unter der Ägide der NATO, die Skandale im EMD, der Erschöpfungstod eines Rekruten und das befangene Urteil der Militärgerichtsbarkeit in dieser Sache, die Massaker in Tschetschenien - diese nicht vollständige Aufzählung zeigt klar, wie dringend die Stärkung der Friedensbewegung in der Schweiz, in Europa und der ganzen Welt ist. Mit dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion Ende 1991 hat die gefährliche und kostspielige Kriegsmaschinerie in den Augen der Öffentlichkeit die Funktion verloren, die ihr das Armee-Establishement zugeschrieben hat. Nun suchen die Generalstäbe und die politischen Gremien in den Vereinigten Staaten wie in Europa und der Schweiz verzweifelt nach einer neuen Legitimation für ihre überrüsteten Armeen. Die Bewegung für Abrüstung und Frieden, gegen Militarismus, hat in der Schweiz und in Europa eine völlig andere Vorstellung davon, was Verteidigung heissen soll: Was verteidigt werden muss, ist das Projekt einer solidarischen und gleichberechtigten Gesellschaft! Dieser Geist lebt in den neuen Initiativ-Projekten der GSoA für eine Schweiz ohne Armee. Wenn wir die Armeen abschaffen und Krieg unmöglich machen wollen, dann ist es nötig, sie zu lancieren.