Private Organisationen haben Pionierarbeit geleistet

Der Friedensdienst soll nun zu einer staatlicher anerkannten Aufgabe werden
wie die Entwicklungszusammenarbeit

Service Civil International (SCI): Wer ist das?

SCI heute: Der SCI ist eine weltweit tätige Friedensorganisation und führt jährlich über 500 Freiwilligeneinsätze durch: Jeweils 6-20 Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern arbeiten ein paar Wochen (z.T. auch länger) zusammen für gemeinnützige Projekte v.a. im ökologischen und sozialen Bereich. Z.B.: In Kroatien Animationsprogramme für Flüchtlingskinder und einheimische Kinder organisieren, in Italien ein Militärgelände in einen Park umwandeln... . Jedes Jahr nehmen auch aus der Schweiz über 300 Freiwillige an solchen Einsätzen teil.

SCI gestern: Auf Initiative von Pierre Cérésole, einem Bundesratssohn aus der Romandie, fand bereits 1920 ein erster Freiwilligeneinsatz statt: Menschen aus vorher verfeindeten Ländern leisteten gemeinsam Wiederaufbauarbeit in Frankreich. In den 20-er Jahren fanden erste Einsätze in der Schweiz statt: Militärverweigerer zeigten dabei, wie sinnvoll ein ziviler Dienst sein kann. 1928 räumten über 700 SCI-Freiwillige in Liechtenstein, nach einer verheerenden Überschwemmung, Geröll beiseite. Der SCI hatte eine Pionierfunktion auch bei Einsätzen in Entwicklungsgebieten ab den 30-er Jahren.

Den freiwilligen zivilen Friedensdienst Es gibt ihn also schon!

Seit bald 80 Jahren arbeiten SCI-Freiwillige dort, wo Konflikte sind und freiwillige Hilfe notwendig und sinnvoll ist. Versöhnung wird konkret gelebt: Freiwillige aus arabischen und europäischen Ländern, aus Kroatien und Serbien... arbeiten und leben intensiv zusammen.

Auch andere Organisationen wie z.B. das Balkan Peace Team sind in Konfliktgebieten (z.B. Kosov@) an Einsätzen, die der Versöhnung dienen.

Wozu braucht es denn noch eine Volksinitiative?

Was bisher bewährte Praxis kleiner Organisationen war, soll zu einem offiziellen Mittel staatlicher Friedenspolitik werden:

All dies stellt heute kaum mehr jemand ernsthaft in Frage. Es ist nun an der Zeit, dass auch freiwillige Friedenseinsätze anerkannt werden!

Eine Pionierfunkition in diesem Bereich wäre eine Chance für die Schweiz: Ein aktives internationales Friedensengagement mit dem Mittel des ZFD könnte für die Schweiz eine neue Vision darstellen, welche an die weltoffene, humanitäre Tradition anknüpft und so der Isolation entgegenwirkt.

Die Jahresversammlung des SCI hat einstimmig die Unterstützung beider Volksinitiativen beschlossen. Inhaltlich wollen wir den Schwerpunkt auf den ZFD legen. Die Frage der Armeeabschaffung war aber so unbestritten, dass die 4-90-Jährigen eine Diskussion darüber als überflüssig erklärten. Eine Schweiz ohne Armee ist glaubwürdiger in ihrem Friedensengagement und hat die notwendigen finanziellen Mittel dafür.

Für den Service Civil International (SCI)

Christof Jakob, Sekretär