Eine selbstbewusste Zivilgesellschaft ist für eine lebendige Demokratie wesentlich. Ein Ausdruck dafür sind die Initiativen der Zivilgesellschaft zur Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme. Je drängender ein Problem ist, um so mehr muss der Staat, der ja in der Demokratie kein Selbstzweck ist, in die Mitverantwortung genommen werden.
Die Notwendigkeit gewaltfreier Konfliktbearbeitung wird langsam aber in wachsendem Mass sowohl von der Zivilgesellschaft als auch vom Staat erkannt. Sicherlich hat der Balkankonflikt das Bewusstsein dafür geschärft. Inzwischen liegen erste wissenschaftliche Aufarbeitungen gemachter Erfahrungen vor. Diese zeigen unter anderem, dass die kooperative Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Trägern und staatlichen Instanzen naheliegend ist. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit zwischen PBI und diplomatischen Vertretungen in Konfliktländern. Die Forderung nach staatlicher Kofinanzierung schon bestehender Friedensdienste oder eines ZFD ist deshalb demokratische Konsequenz.
Eine solche Kofinanzierung zur Qualifizierung der Friedensdienste ist nur ein Aspekt. Nötig sind auch gesetzliche Regelungen als Ausdruck gesellschaftlicher Anerkennung. Es gibt viele Beispiele, wie mit staatlichen Stellen kooperiert werden kann, ohne dass dabei die Unabhängigkeit des Handelns ziviler Organisationen einschliesslich ihrer Kritikfähigkeit gegenüber staatlichem Handeln eingeschränkt wird.
Der Text gibt die persönliche Meinung der Autorin wider. Eine offizielle Stellungnahme von Peace Brigades International liegt noch nicht vor.