| 13. April 1999 | |
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International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) Empfänger des UNESCO- Friedenspreises 1984 und des Friedensnobelpreises 1985 Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. Serbische Opposition wendet sich an alle Beteiligten des Kosovo-Krieges Eine Plattform aus 16 staatsunabhängigen Organisationen in Serbien fordert das Ende des Bombardements durch die NATO und aller bewaffneten serbischen und UCK-Aktivitäten. Zudem befürworten sie angesichts der NATO-Zerstörungen, der Verfolgung der Kosovo-Albaner und der Destabilisierung Montenegros eine zügige internationale Mediation eines Friedensprozesses und das Ende der "ethnischen Säuberungen", sowie die sofortige Rückkehr aller Flüchtlinge. Die IPPNW leitet den folgenden Appell an die Presse zur Veröffentlichung weiter. Appell serbischer Nichtregierungs-OrganisationenTief beunruhigt durch die NATO-Zerstörungen und die Qualen der Kosovo-Albaner fordern wir, die Repräsentanten von Nichtregierungs-Organisationen und der Gewerkschaft "Nezavisnost" (Unabhängigkeit), mit Nachdruck von allen für diese Tragödie Verantwortlichen, unverzüglich den Boden für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses zu bereiten. Die mächtigsten militärischen, politischen und ökonomischen Staaten der Erde töten seit zwei Wochen unablässig Menschen und zerstören nicht nur militärische, sondern auch zivile Objekte, sprengen Brücken und Eisenbahngleise, Fabriken und Heizkraftwerke, Lagerhäuser und Hafenbecken ... Zur gleichen Zeit sind Hunderttausende Kosovo-Albaner aus Angst vor den Bombardements und den Militäraktionen des Regimes und der UCK gezwungen, in einem beispiellosen Exodus ihre verwüstete Heimat zu verlassen und ihr Heil in der Tragödie und der Unsicherheit der Flucht zu suchen. Es ist offensichtlich, dass dieser Weg in die Katastrophe führt, und die friedliche und faire Lösung des Kosovo-Problems durch internationale Mediation, die wir seit Jahren unterstützt haben, scheint heute weiter entfernt zu sein als jemals zuvor. Die früheren Aktivitäten unserer Organisationen auf dem Gebiet der Demokratisierung, der Entwicklung einer Zivilgesellschaft und der Anerkennnung der Bundesrepublik Jugoslawien durch internationale Institutionen standen unter konstantem Druck und fortwährender Einschüchterung durch das serbische Regime. Als Mitglieder von Organisationen der Zivilgesellschaft haben wir couragiert und landesweit gegen Krieg und nationalistische Propaganda sowie für die Einhaltung der Menschenrechte gekämpft. Wir betonen, dass wir immer gegen die Unterdrückung der Kosovo-Albaner unsere Stimmen erhoben und gefordert haben, ihre Freiheiten zu respektieren und ihre Rechte zu garantieren. Wir haben auch darum gebeten, zur Autonomie des Kosovo zurückzukehren. Wir stellen nachdrücklich fest, dass die Begegnungen und Kooperationen zwischen Serben und Albanern in diesen Jahren nur durch den Schutz der Institutionen der Zivilgesellschaft möglich waren. Die militärische Intervention der NATO hat alles bislang Erreichte unterlaufen und gefährdet das Überleben der Zivilgesellschaft in Serbien erheblich. In dieser tragischen Situation und im Namen humanitärer Ideen und Werte sowie in Übereinstimmung mit unseren früheren Anstrengungen fordern wir:
Diese Forderungen können wir nicht allein verwirklichen. Wir erwarten, dass Sie unsere Forderungen unterstützen und in Ihren Initiativen und Aktionen zu deren Umsetzung beitragen.
Belgrad, 06. April 1999 (Übersetzung IPPNW-Geschäftsstelle 13.4.1999) |
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