Gruppe für eine Schweiz ohne Armee

Antikriegsdemo - Rede von Sarah Schilliger

 
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Einen Krieg gegen das irakische Volk

Sarah Schilliger, Antikriegskomitee Zürich, Bewegung für den Sozialismus (BFS), aktiv in der Unibewegung

Für meine Generation ist diese Demonstration ein grosser Moment. Zum ersten Mal seit langem gibt es hier, in ganz Europa und v.a. in den USA eine mächtige Bewegung, die einen imperialistischen Krieg gegen ein Drittweltland - den Irak - verhindern will.

Einen Krieg gegen das irakische Volk.

Dieses Volk musste 500'000 tote Kinder beklagen, die als Folge des kriminellen Embargos der Grossmächte still umgebracht wurden. Ein Embargo, das Saddam Hussein gestärkt hat.

Und wer sind diese Grossmächte? Es handelt sich um eine Handvoll Grossfirmen und die Regierungen, die ihnen dienen.

Sie nehmen sich das Recht heraus, sich die Reichtümer dieser Welt anzueignen und über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Frauen und Männer der ganzen Welt zu bestimmen.

Zynischerweise wagen sie noch zu behaupten, dass sie Natur und Mensch im Namen der Demokratie ausbeuten.

An diese Pseudo-Demokratie glauben wir nicht. Wir möchten, dass das irakische Volk über sein eigenes Schicksal bestimmen kann, wie wir auch über unser eigenes Schicksal bestimmen wollen. Der Widerstand gegen den Krieg ist für uns untrennbar verbunden mit dem Widerstand gegen die ökologischen Zerstörungen, gegen Massenentlassungen, gegen Hunger...

Die Opposition gegen diesen Krieg wächst Tag für Tag in Europa, in den USA und anderswo, weil die Menschen die Gründe für diesen Krieg erkennen:

  1. die Entschlossenheit der US-Konzerne, sich das Erdöl anzueignen.
  2. die Absicht der Bush-Regierung, ihre Kontrolle auf diese Region auszudehnen, nachdem sie sich bereits Zentralasien unter den Nagel gerissen hat im Afghanistan-Krieg.

Was meint der texanische Erdölfundi Bush, wenn er von "Regimewechsel" im Irak spricht?

Nichts anderes als dass er und seine Komplizen aus dem Irak eine neue US-Kolonie machen wollen, eine Kolonie von Chevron-Texaco und Exxon-Mobil. Das ist die simple Wahrheit!

Aber wir lassen uns nicht für dumm verkaufen. Dieser Krieg muss gestoppt werden.

Wenn Schröder es ernst meint mit seiner Erklärung gegen den Krieg, dann soll er die Nutzung der US-Basen in Deutschland verbieten.

Frankreich soll seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle", der jetzt schon mit der US-Navy Manöver durchführt, zurückrufen. Und es soll im Sicherheitsrat von seinem Veto-Recht Gebrauch machen.

Die Schweizer Regierung soll sich klar gegen den Krieg aussprechen. Und Calmy-Rey muss den Schweizer Luftraum und alle Erleichterungen für die amerikanischen Streitkräfte verbieten lassen.

Schluss mit der Doppelzüngigkeit der Diplomatie!

Diese Ziele können wir durchsetzen, wenn wir - ab heute - nicht nur auf der Strasse, sondern auch in den Schulen, der Universität, am Arbeitsplatz, in ganz verschiedenen Formen zeigen, dass wir diesen Krieg ablehnen und wir für eine andere Welt eintreten, die möglich und notwendig ist.

Dieser internationale Aktionstag von heute ist ein erster Schritt in einer langen und notwendigen Mobilisierung für ein neues Jahrhundert ohne imperialistische Kriege. Wir sind viele, sie sind wenige, die Welt gehört uns! Danke.

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© Gruppe für eine Schweiz ohne Armee, 10.03.2006, Webdesign dbu