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Panzerknacker
GSoA-Zeitung für Soldaten
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Subsidiäre Einsätze - ein Beispiel

o WK-Feldweibel

o Adjudant

o Ecken und Kanten

Nachdem die spanische Regierung US-Präsident Bush die Unterstützung für den Krieg im Irak zugesichert hatte, fühlte sich das spanische Konsulat in Zürich offenbar nicht mehr sicher. Ab April 2003 sah eine erstaunte Quartierbevölkerung vier Soldaten der Territorialdivision 4 gelangweilt um die Häuser patrouillieren - in voller Montur, selbstverständlich mit scharfer Munition.

Der Auftrag der Soldaten lautete: «Überwacht einen Raum oder eine Einrichtung». Von der Schusswaffe sollte nur zur Notwehr oder zur Notwehrhilfe Gebrauch gemacht werden. Nach einigen Monaten verschwanden die Soldaten wieder aus dem Wohnquartier, nur um rund ein Jahr später, nach den Anschlägen in Madrid, wieder aufzutauchen.

Am 6. November 2002 beschloss der Bundesrat, Botschaften und Konsulate auf unbestimmte Zeit von Milizsoldaten überwachen zu lassen.

Armee übernimmt Polizeiaufgaben

Die Armee übernimmt immer mehr Aufgaben, die eigentlich in den Bereich der Polizei fallen, denn bei der Polizei wird gespart. Dies kommt der Armeeführung gelegen, kann sie doch die Existenz der Milizarmee mit diesen «Ernstfall-Einsätzen» rechtfertigen. Allerdings werden immer mehr Zweifel laut, gehen doch einige der Soldaten recht fahrlässig mit der Waffe um: In Zürich kam es zu Klagen, weil Soldaten, die das US-amerikanische Konsulat bewachten, die scharf geladene Waffe unbeaufsichtigt herumliegen liessen. Dasselbe geschah in Bern. Diese Fahrlässigkeit erklärt sich vielleicht aus der stinklangweiligen Bewachungsarbeit.

Verwischung der Aufgabenbereiche

Wenn etwas passiert, müssten die Soldaten laut Auftrag ohnehin sofort die Polizei rufen, denn die Führung des Einsatzes liegt bei der Polizei. Diese Verwischung polizeilicher und militärischer Aufgabenbereiche wird inzwischen nicht mehr nur von armeekritischen Menschen kritisiert.


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© GSoA, 26.6.2004/dbu