Edito

Wer verteidigt eigentlich wen und was in diesem Land? Das sind Fragen, die man sich derzeit durchaus stellen mag. Denn die Armee gibt zwar vor, die Schweiz verteidigen zu wollen, doch ob sie damit auch den Frieden verteidigt oder gar für ihn einsteht? Tut dies nicht eher die GSoA, die sich gegen die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes (Seite 3) und gegen zusätzliche 100 Milliarden CHF Blankoscheck für die Armee (Seite 5) verteidigen muss und hierfür sogar eine Verhaftung in Kauf nimmt? Und sind es nicht wir, die weiterhin schonungslos mit dem Finger auf das F-35 und/oder Ruag-Debakel (Seiten 3&5) zeigen? Nebenbei stehen ebenfalls wir für Gerechtigkeit ein, damit endlich die massive Aufrüstung Putins durch die Schweiz (Seiten 2&4) thematisiert wird oder auch die perversen Kriegsgewinne hier ansässiger Konzerne besteuert werden. Auch ein Rückblick auf die Diktatur in Chile, auf Hiroshima und auf die Wehrpflicht-Initiative (Seiten 6&7) lassen einen nachdenklich zurück. So führt euch doch diese Ausgabe zu Gemüte und fragt euch am Ende nochmals: Wer verteidigt nun den Frieden? Die Armee in ihrem unsäglichen Aufrüstungswahn oder zivilgesellschaftlich aktive Gruppierungen und Menschen, die täglich auf eine friedliche Welt hinarbeiten. Mit diesen Worten wünsche ich eine gute Lektüre und danke für den Einsatz, den wir alle immer wieder hinlegen.

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