Einseitige Abrüstung als Königsweg?

Im Jahre 1963 skizzierte der Physiker und Politiker Hans Thirring einen Plan, wie der neutrale Kleinstaat Österreich mit einseitiger Abrüstung einen Friedensprozess anstossen könnte. Ein 2025 erschienenes Buch entstaubt diesen Plan, kontextualisiert und analysiert ihn.

Thirring ging von der Grundprämisse aus: Kein Atomwaffenstaat wird freiwillig abrüsten, weil das ”Gleichgewicht des Schreckens” einseitige Abrüstung verhindert. Um diesen Teufelskreis aufzubrechen, so Thirrings Ansicht, müssten neutrale Staaten als “Testobjekt der Möglichkeit friedlicher Koexistenz” dienen.

Wieso wählt Thirring für sein Gedankenexperiment Österreich? Ist einseitige Abrüstung nicht naiv? Welche Resonanz hatte sein Plan damals und heute? Diesen und weiteren Fragen geht das von Werner Wintersteiner herausgegebene Buch auf den Grund. Auf den Thirring-Plan in seiner originalen Länge folgen kritische Einordnungen durch diverse Persönlichkeiten, unter anderem durch den GSoAten Andreas Gross.

Das Buch liest sich gut und es macht Mut, gerade in diesen Zeiten über einseitige Abrüstung nachzudenken, ja, diese sogar auf die Schweiz zu übertragen – so, wie wir es schon über 40 Jahre fordern. 

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