Nur wenige Tage vor dem feministischen Streik am 14.6. spielt eine SVP Motion für Taschenmunition mit Frauen*-Leben
Nicht schon wieder: Die SVP reicht schon die dritte Motion in nur vier Jahren ein, um Soldat:innen wieder Taschenmunition mit nach Hause zu geben. Und das, obwohl es offensichtlich ist, dass Militärschusswaffen und Taschenmunition zuhause das Risiko für Feminizide signifikant steigern.
Dank eurer zahlreichen Appelle an die Parlamentarier:innen wurde die Motion von 2025, Taschenmunition wieder einzuführen, abgelehnt. Gemeinsam können wir also einen Unterschied machen!
In einer Studie schätzt das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau EBG Militärschusswaffen klar als Risikofaktor für Feminizide ein. Die Täter von Tötungsdelikten mit Schusswaffen im häuslichen Bereich sind fast ausschliesslich Männer, vorwiegend über 60, und die Opfer sind Frauen gleichen Alters. Dabei sind unglaubliche 83 Prozent aller Delikt-Waffen, deren Hintergrund bekannt ist, Militärschusswaffen.
Im Jahr 2025 gab es mindestens 27 Feminizide, und die Zahl steigt jedes Jahr weiter. Es ist zynisch, Taschenmunition mit der Gefahr einer russischen Invasion zu legitimieren, während alle 13 Tage eine Frau* aufgrund ihres Genders umgebracht wird, in den allermeisten Fällen von einem Mann aus ihrem engen Umfeld. Sicherheit heisst für die Bürgerlichen offenbar nicht Sicherheit für alle.
Die Motion von Walter Gartmann, SVP, behauptet unter anderem, dass Soldaten in Uniform auch ein Angriffsziel sein könnten, und deshalb Munition bräuchten, um sich verteidigen zu können. Ernsthaft? Soldaten als eine Risikogruppe darzustellen, zeugt von einem neuen Ausmass an Kreativität, das es offenbar braucht, um so eine Motion rechtfertigen zu können.
Jean Luc Addor (SVP), verurteilter Rassist, fordert wiederum, die Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity solle “Diversity” aus dem Namen und Programm streichen, Diskriminierung und sexuelle Gewalt ignorieren und sich stattdessen auf die «Landesverteidigung» konzentrieren. Das mache die Armee attraktiver für “Frauen”.
90% aller FINTA* Personen erleben sexuelle Gewalt in der Armee. Addor leugnet das nicht nur, sondern macht die Situation schlimmer. Und die Betroffenen sollen ruhig sein und das Land verteidigen.
Wir werden die sexistische und militaristische Politik der SVP nicht hinnehmen!
Deshalb rufen wir alle FINTA*-Personen dazu auf, am feministischen Streik am Sonntag, 14.6., auf die Strasse zu gehen.
Ni una menos, vivas nos queremos! Wir wollen uns lebend!
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