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GSoA Zeitung Februar 2004
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GSoA - Zeitung Februar 2004

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Armee XXI Feier - Die Armee inszeniert, die Polizei eskaliert

Am 16. Dezember 2003 fand in der Berner Almendhalle die Übergabefeier von der Armee 95 zur Armee XXI statt. Dagegen formierte sich ein Bündnis aus verschiedenen linken und armeekritischen Gruppierungen, die gemeinsam zu einer Protestparade aufriefen. Die Polizei und einige wenige Teilnehmer verhinderten, dass die Protestparade friedlich blieb.
von Samuel Durrer

Dass man gegen die teure und absurde Selbstinszenierung der Armee demonstrieren musste, dies war seit der Ankündigung des Events klar. Ziel des Protestes des aus verschiedenen Berner Gruppierungen zusammengesetzten Bündnisses waren in erster Linie die inneren Einsätze der Armee, die immer mehr überhand nehmen und die Bewegung der AltermondialistEs zu kriminalisieren versuchen. Aber auch gegen die Schweizer Beteiligung am internationalen militärischen "Konfliktmanagement" wollte man demonstrieren.

Klar war, dass die OrganisatorInnen keine Auseinandersetzungen mit der Polizei suchten. Nicht nur die GSoA vertrat diese Position, sie war Konsens unter allen beteiligten Organisationen. Das Ziel war eine friedliche, kreative und lautstarke Protestparade, die die Armeefeier ad absurdum führen sollte.

Viele Leute haben mit guten Ideen (Pink Panzer, Keck-Eis-Brecher, abgeänderte Nationalhymne, und anderen Kreativen Aktionen) und grossem persönlichen Einsatz zu einer kreativen und farbigen Aktion beigetragen.

Eine verhinderte friedliche Kundgebung

Als um 16.30 Uhr das Gros der DemonstrantInnen beim vereinbarten Treffpunkt am Guisanplatz eintraf, waren bereits etwa zwölf Teenager vom massiven Polizeiaufgebot abgeführt worden. Auf Nachfrage gab die Polizei als Grund für die Festnahmen an, die Festgehaltenen hätten "Demomaterial" mit sich geführt. Schon zu Beginn war durch diese Provokation seitens der Polizei die Stimmung der DemonstrantInnen auf dem Tiefpunkt. Als die Festgehaltenen direkt vor den Augen der DemonstrantInnen zum Abtransport in einen Kastenwagen geladen wurden, war kaum noch zu verhindern, dass einige wenige sich nicht mehr Beherrschen konnten. Ab diesem Zeitpunkt waren die anwesenden GSoAtInnen und die vielen Besonnen aus dem Umfeld der Reitschule nur noch damit beschäftigt, die Stimmung unter den Anwesenden abzukühlen. Dies gelang auch sehr gut, obwohl es uns die Polizei nicht gerade einfach machte: Als ein paar Leute symbolisch an einem Gitter rüttelten, wurde einer der Organisatoren der Demo, der die Situation beruhigen wollte, von einem Polizisten aus drei bis vier Metern Entfernung mit Gummischrot direkt unterhalb des Auges getroffen, er wird nie mehr seine volle Sehkraft zurück bekommen.

Die hier geschilderten Ereignisse machten jedoch nur einen unwesentlichen Teil der Protestparade aus. Dass die Medien vorwiegend über Gewalt statt über diese Aktionsformen berichten konnten, ist einigen Flaschen werfenden Dummköpfen und einer auf Eskalation beruhenden Polizeistrategie zuzuschreiben. Von den dafür verantwortlichen Behörden in Bern hätte man nach dem Weggang Kurt Wasserfallens als Vorsteher der Polizeibehörde mehr erwartet...


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