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GSoA Zeitung Februar 2004
Kampfflugzeuge, WEF 2004, Krieg gegen Terror ohne Ende?
GSoA - Zeitung Februar 2004

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Dem Rad (der Gewalt) in die Speichen fallen

Seit 2001 befinden wir uns in der Dekade «für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder dieser Welt» (UNO) und «zur Überwindung der Gewalt» (Weltkirchenrat). Die Realität lässt leider nicht viel davon erkennen. Dass trotzdem viel wertvolle Friedensarbeit geleistet wird, zeigt ein Buch, das anlässlich dieser Dekade Beiträge von FriedensnobelpreisträgerInnen und österreichischen Aktivisten veröffentlicht.
Von Daniel Bachofen

1998 verabschiedete die 53. Vollversammlung der Vereinten Nationen einstimmig den Beschluss zur Ausrufung der «Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit». Ein Jahr später rief der Weltkirchenrat unabhängig vom Beschluss der UNO zu einer «Dekade zur Überwindung der Gewalt» auf. Beide Dekaden fallen in die Zeit 2001-2010.

Angesichts des momentanen Zustands der Welt scheint die Kultur der Gewalt und des Krieges jedoch nach wie vor weithin akzeptiert ihren Lauf zu nehmen. In Kriegen, aber auch in zwischenmenschlichen Beziehungen, überall wird Gewalt angewendet und Menschen werden Opfer von Gewalt.

Dass es dennoch viele Bestrebungen und Initiativen gibt, in der Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit «dem Rad (der Gewalt) in die Speichen zu fallen» zeigt dieses Buch. Verfasst durch das österreichische Netzwerk für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit (welches aus dem Aufruf der UNO hervorgegangen ist) gibt es sowohl FriedensnobelpreisträgerInnen, als auch österreichischen Aktivisten eine Stimme. Die Bandbreite der Themen beschränkt sich dabei nicht nur auf Gewalt, welche von Kriegen ausgeht, denn Frieden ist weit mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Frieden ist Gerechtigkeit, Gleichheit und Zusammenleben in Harmonie.

Ergreifende Beiträge von NobelpreisträgerInnen

Dem Leser werden neben einer Einführung zur Friedensarbeit anlässlich der ausgerufenen Dekaden auch verschiedene Beiträge von Friedensaktivisten vermittelt. In einem ersten Teil werden 13 mitunter sehr spannende und ergreifende Beiträge von NobelpreisträgerInnen zu den Themen Gewaltfreiheit, Versöhnung und Gerechtigkeit, Menschenrechte, Abrüstung und aktuelle Konfliktarbeit vorgestellt. Bei einigen der Beiträge handelt es sich um Ansprachen oder etwa auch um einen Auszug aus einem Interview.

Der reiche Erfahrungsschatz und die unbestrittene Kompetenz der NobelpreisträgerInnen wirken sich sehr positiv auf die Beiträge aus. So schreibt zum Beispiel Desmond Tutu über die Besetzung Palästinas. Wer könnte die Probleme im nahen Osten besser in Worte fassen als einer, der selbst einst Opfer des Apartheid-Regimes in Südafrika war? Angesichts seiner direkten Betroffenheit und seiner dennoch in keiner Weise aggressiven oder parteiischen Ausdrucksweise gewinnen seine Aussagen stark an Gewicht und regen zum Nachdenken an.

Parallelen der Österreicher und der Schweizer Bewegungen

In einem zweiten Teil wird die Arbeit für Frieden und Gewaltfreiheit in Österreich anhand von Beiträgen österreichischer Aktivisten erläutert. Die Beiträge sind analog zu den Beiträgen der NobelpreisträgerInnen in verschiedene unterschiedliche Themenbereiche wie Gewaltfreiheit oder Sicherheitspolitik eingeteilt. Auch wenn friedenspolitische Arbeit in Österreich andere Hintergründe und Probleme (Mitgliedschaft der EU, etc.) hat als diejenige der Schweizer Bewegung, so lassen sich dennoch viele Parallelen erkennen: Abrüstung oder Widerstand gegen die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges sind nur einige Beispiele für die Ähnlichkeit der Herausforderungen in den beiden Ländern. So sind die Beiträge des Österreichischen Netzwerkes für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit auch für SchweizerInnen interessant zu lesen.

Fazit

Wer sich also immer noch fragt, was in dieser «Dekade des Friedens», welche von Krieg und Gewalt beherrscht wird, denn für den Frieden getan werden kann, der findet in «Dem Rad in die Speichen fallen» interessante Antworten. Das Buch bietet viele interessante Beiträge zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit, vermittelt von sehr kompetenten und erfahrenen Menschen aus dem Bereich der Friedensarbeit.

Dem Rad in die Speichen fallen, 1. Auflage Oktober 2003 368 Seiten, ISBN 3-9502098-5-9, Preis: 15.- Euro zuzüglich Porto.
Bezug: Thomas Roithner, c/o ÖSFK Wien, Wiedner Gürtel 10, A - 1040 Wien, thomasroithner@yahoo.com


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