Aufrüstung statt Klimaschutz

19.08.2026 Während tausende Menschen im Sommer 2026 an den Folgen der Rekordhitze leiden, nutzt der Bundesrat einen unerwarteten Finanzüberschuss für weitere Militärausgaben statt für den Schutz der Bevölkerung. Die GSoA kritisiert diese Prioritätensetzung scharf und fordert eine sofortige Umkehr.

Nach der politischen Sommerpause verkündete der Bundesrat überraschend ein Finanzplus von 800 Millionen CHF. Prompt folgte die Antwort: 970 Millionen CHF zusätzlich für die Luftverteidigung. Für die GSoA offenbart diese Entscheidung verzerrte Prioritäten. «Dass die Schwerpunkte des Bundesrats ausschliesslich auf die Aufrüstung und nicht auf das Wohlergehen der Bevölkerung ausgerichtet sind, war schon lange bekannt, doch dass er diese Gelegenheit nutzen will, um der Armee weitere Mittel zuzuweisen, ist verblüffend angesicht der aktuellen Hitzekrise», sagt Joris Fricker, politischer Sekretär der GSoA.

Der Sommer 2026 hat gezeigt, dass es beim Schutz der Bevölkerung eine enorme Lücke gibt: Arbeitnehmer*innen, die gezwungen sind, unter extrem harten Bedingungen zu arbeiten, Schüler*innen, die wegen zu hoher Temperaturen in den Klassenzimmern in Ohnmacht fallen, und ein spürbarer Anstieg der Sterblichkeitsrate in der Bevölkerung, insbesondere bei älteren Menschen (15% über dem zu erwartenden Niveau laut aktuellen Zahlen des BfS). Dennoch verfügen nur 8 der 26 Kantone über einen vollständigen Hitze-Aktionsplan gemäss WHO-Kriterien. «Nach einem Sommer mit Extremhitze, fünf Hitzewellen und einer Dürre, die weder die Landwirtschaft noch die Wasserversorgung und nicht zuletzt auch die Natur und die Tiere verschont hat; ist das das Beste, was der Bundesrat für die Sicherheit der Bevölkerung umsetzen will?», fragt sich Noemi Buzzi, politische Sekretärin der GSoA.

Die GSoA fordert den Bundesrat deshalb auf, seine Prioritäten dringend zu überdenken und den Überschuss in einen nationalen Klimafonds fliessen zu lassen, um diese Lücken im Bevölkerungsschutz zu schliessen. Die Mittel sollten prioritär in Hitze-Schutzprogramme für vulnerable Gruppen, die Sicherung der Wasserversorgung, die Unterstützung der lokalen Landwirtschaft bei Dürreschäden sowie den Ausbau der öffentlichen Gesundheit zur Bewältigung hitzebedingter Erkrankungen investiert werden. Wahre Sicherheit entsteht nicht durch Rüstung, sondern durch Sozial- und Umweltpolitik, die Menschen vor den echten Risiken unserer Zeit schützt. Es ist an der Zeit, die Armee nicht länger als unantastbaren Ausgabenposten zu behandeln und stattdessen in das Wohl der Gemeinschaft zu investieren!

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