Im Juni dieses Jahres begab sich eine GSoA-Delegation nach London, um am alljährlichen Treffen des European Network Against Arms Trade (ENAAT) teilzunehmen. Ein Kurzbericht.
Die ENAAT-Treffen haben Tradition. Ebenso ihr Ablauf. Freitag: Öffentliches Podium. Samstag: Country Reports aller Teilnehmenden, Austausch und Diskussion spezifischer Fragestellungen. Geselliges Abendessen. Sonntag: Diskussion weiterer Themen und gemeinsamer Ausblick. Ebenso Tradition hat die Teilnahme der GSoA. Dies, obwohl die GSoA sich durchaus in einigen Aspekten von den anderen teilnehmenden Organisationen unterscheidet. Während die GSoA bekanntlich primär politisches Campaigning im Themenbereich der Friedens- und Sicherheitspolitik betreibt und konkrete Initiativen und Referenden zu führen fähig ist, leisten viele der ENAAT-Organisationen klassische Investigativ- und Recherchearbeit. Die diesjährige Gastgeberorganisation CAAT (Campaign Against Arms Trade) veröffentlichte so vor wenigen Wochen ein gut 30-seitiges Dokument, das feinsäuberlich aufzeigt, wie das Vereinigte Königreich Israels Genozid in Gaza unterstützt und mit Waffen versorgt. Auch inhaltlich tritt der Sonderfall Schweiz oft zu Tage. Die (Re-)Militarisierung der EU beschäftigt viele ENAAT-Mitglieder. Ein Thema, das die Schweiz politisch nur dann direkt betrifft, wenn uns mal wieder in Erinnerung gerufen werden muss, dass die EU zu allem Positiven am Ende des Tages eine militarisierte Union ist. Doch letzten Endes leben wir auf demselben Kontinent in einer globalisierten Welt. Das heisst: Wir führen die Kämpfe gemeinsam. Der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in Palästina verbindet uns, wie das eindrückliche und mit Jeremy Corbyn sehr berühmt bestückte Podium am Freitagabend des ENAAT-Treffens aufzeigte. Oder auch das Engagement gegen den F-35, gegen Elbit-Drohnen oder die Lockerung diverser Kriegsmaterialgesetzgebungen. Nicht zuletzt der universelle Kampf gegen die Klimakrise, die bekanntlich von Krieg und Rüstungsindustrie massiv befeuert wird. London war ein würdiger Austragungsort für die Ausgabe 2025 des ENAAT-Meetings. Neben dem oft nachdenklich stimmenden inhaltlichen Teil bietet das Meeting aber immer eine grosse Portion Kontaktepflegen und menschlichen Austausch, der für den gemeinsamen Einsatz für eine waffen- und gewaltlose Welt unabdingbar ist. Nächstes Jahr wird das Treffen in Barcelona stattfinden.
