Argumente für die Armeeabschaffung

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Geld

Wird die Armee bald gratis?

Angesichts von Wirtschafts- und Finanzkrise ist der Anteil der Verteidigungsausgaben am Gesamtbudget von Bund, Kantonen und Gemeinden von 7,7 Prozent im Jahr 1990 auf 5,6 Prozent im Jahr 1995 gesunken. Die Ressourcenverschleuderung bleibt enorm: Von 1990 (6,9 Milliarden) bis 1997 (6,2 Milliarden) berappten die SteuerzahlerInnen mehr als 53 Milliarden Franken für die Landesverteidigung.

Die 6 Milliarden, die wir auch 1998 ungeachtet aller Kürzungen für die Landesverteidigung ausgeben werden, machen nicht einmal zwei Drittel aller Verteidigungkosten aus. Denn zusätzlich schlagen die sogenannten «indirekten Kosten» zu Buche - im Jahr 1998 machen sie gut 4 Milliarden Franken aus. Die Wirtschaft als ganzes muss für den Erwerbsausfall der Wehrmänner, die mit ihrer Absenz verbundenen Anpassungkosten am Arbeitsplatz, die Kosten der Pflichtlagerhaltung, einen Teil der Landwirtschaftssubventionen, die militärische Bodennutzung und die privaten Zivilschutzbauten aufkommen. 1996 verursachten 7 Millionen geleistete Diensttage ungedeckte Lohnausfälle in der Höhe von anderthalb Milliarden Franken. Zwischen 1990 und 1997 kostete die Landesverteidigung die Wirtschaft insgesamt 45 Milliarden Franken: ein schwerwiegendes Handicap für die Konkurrenzfähigkeit der Privatwirtschaft. Die Umweltschäden und die sogenannten «Opportunitätskosten» für die vielen Millionen Stunden verlorener Freizeit sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Nach einhelliger Expertenmeinung käme eine bestandesmässig reduzierte Profi-Armee die öffentlichen Kassen ebenso teuer zu stehen. Eine Berufsarmee würde aber weniger indirekte Kosten verursachen. Daher interessiert sich die Wirtschaft immer mehr für diese Variante: Auch bei der Landesverteidigung möchte man die Kosten sozialisieren und den «Nutzen» privatisieren. Auch die jüngste, im Februar 1998 angekündigte Bestandesreduktion von 10 Prozent (auf 360'000 Soldaten) passt gut in dieses Bild. Das VBS hofft damit 20 Millionen Franken, also nicht einmal ein halbes Prozent seines Budgets, einzusparen. Für die Wirtschaft würden demgegenüber 200 Millionen Franken herausspringen.

Auch wenn das dauernde Gejammer aus Armeekreisen einen anderen Eindruck erweckt: Die Landesverteidigung ist bald zehn Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges immer noch eine unverschämt teure Angelegenheit.

© 1998 by GSoA; Gruppe Schweiz ohne Armee
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