Argumente für die Armeeabschaffung

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Katastrophenhilfe

Ist die Armee eine Hilfe bei Katastrophen?

Als weltweit teuerste Putz-Equipe hätte die Schweizer Armee schon lange einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde verdient. Die Militärs wissen nämlich nicht erst seit gestern, wie man Dreck schaufelnde Soldaten für die Imagepflege einsetzt. Etwas anderes haben sie aber offenbar vergessen: Dass auch Soldaten eine Schaufel in die Hand nehmen können, ist keine Rechtfertigung für die Existenz von Armeen.

Ein Gedächtnisverlust jüngeren Datums: Nach den verheerenden Überschwemmungen in der Innerschweiz im Jahr 1987 stellte der damalige Divisionär Alfred Stutz noch fest: «Man versuche doch nicht, mit einigen Kompanien und Bataillonen, die sich bei der Schadensminderung bewährten, die Notwendigkeit einer zahlenmässig dreihundertmal stärkeren Armee zu belegen.» Man könne nämlich zu Recht einwenden, so Stutz weiter, dass «ein bis zwei spezialisierte, permanente, unbewaffnete Katastrophenhilfebataillone doch viel effizienter sind».

Auch heute ist die Katastrophenhilfe der Schweizer Armee in erster Linie eine Alibiübung. Im Jahr 1996 wurden insgesamt 2'300 Manntage der Armee für Katastrophenhilfe aufgewendet. Das sind ganze 0,03 Prozent der 1996 insgesamt geleisteten 7 Millionen Manntage. Der Langjahresdurchschnitt liegt unter einem halben Prozent.

Die Armee als Katastrophenhelferin nimmt den dafür vorgesehenen zivilen Strukturen die nötigen Mittel weg. Daher erstaunt es nicht, dass beispielsweise die französischen Feuerwehrleute scharf gegen die Katastrophenübung protestierten, welche französische und schweizerische Soldaten im Oktober 1997 in der Haute-Savoie durchführten. Auch die Profi-Organisation des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps, das bei internationalen Hilfe-Einsätzen gute Arbeit leistet, muss sich düpiert vorkommen. Und bei der jüngsten Unwetterkatastrophe in Sachseln standen die eingesetzten Trainsoldaten in direkter Konkurrenz zum einheimischen Transport- und Baugewerbe, welches besser ausgerüstet und zudem froh um die Aufträge gewesen wäre.

Die Initiative «für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik und eine Schweiz ohne Armee» trägt dieser Realität Rechnung: Sie verlangt, dass die zivilen Aufgaben, mit denen sich die Armee gerne profilieren würde, von dafür geeigneten zivilen Behörden übernommen wird.

Es gibt genügend Alternativen zur militärischen Katastrophenhilfe. Auf der Jagd nach einem Stückchen Legitimität für ihren sinnlosen Militärapparat verschleudert die Armee bloss Steuergelder. Feuerwehren, Katastrophenhilfekorps und andere zivile Einrichtungen können dieselben Aufgaben effizienter erfüllen.

© 1998 by GSoA; Gruppe Schweiz ohne Armee
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