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Etwa ein Viertel eines RS-Jahrgangs wird zur Absolvierung der Unteroffiziersschule vorgeschlagen - oft auch gegen den Willen der Betroffenen. Noch immer kann die Armee Soldaten zu "einem bestimmten Grad verpflichten", wie es im Dienstreglement (Art. 85) steht. Du kannst aber klarzumachen versuchen, dass du nicht die geeignete Person für eine Militärkarriere bist.

Tipps für die RS

In der RS gibt es mehrere Qualifikationsperioden. Dein Vorgesetzter muss dann schriftlich eine Beurteilung über dich erstellen. Schon früh (in den ersten fünf Wochen) wird herausgefiltert, wer in der Gruppe "gewisse Führungsqualifikationen" hat, wer Verantwortung übernimmt oder wer seine Kameraden für ihre Dienstpflichten motiviert. Du solltest dir also von Anfang an bewusst sein, wie du dich verhalten willst. Denn bist du einmal auf der Liste, ist es nicht ganz einfach, wieder wegzukommen.

  1. Versuche, von vornherein ungeeignet für die Unteroffiziersfunktion zu erscheinen (mit Vorgesetzten und Kameraden leise sprechen, nicht korrekt grüssen, Verantwortung ablehnen, Aufträge unvollständig erledigen, kein Organisationstalent beweisen ...).

  2. Sprich mit dem Schularzt und erkläre ihm, dass dir bereits die RS psychische Probleme bereitet.

  3. Gib dem beurteilenden Vorgesetzten und dem Schulkommandanten klar zu verstehen, dass du nicht weitermachen willst und kannst (z.B. aus psychischen Gründen, beruflichen Schwierigkeiten, Weiterbildung ...). Versuche, möglichst selbstbewusst aufzutreten und lass durchblicken, dass du informiert bist, wie du dich gegen ein Aufgebot in die UO wehren kannst. Falls du trotzdem vorgeschlagen wirst: Unterschreibe nicht selber und lass dich auch nicht überreden, wenn dir angeboten wird, dass du dafür den Zeitpunkt der UO selber wählen darfst. Wenn du zum Unterschreiben gezwungen wirst, vermerke auf dem gleichen Blatt handschriftlich, dass du nicht weitermachen willst und überlege dir, ob du nicht gegen den Vorgesetzten eine Beschwerde wegen Einschüchterung (gemäss DR Art. 104) einreichen willst.

  4. Mach aus deiner antimilitaristischen Gesinnung keinen Hehl. GSoA-T-Shirts eignen sich ausgezeichnet als Turntenue. Wehre dich auch, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst. Spare nicht mit Rekursen und Klagen, wie sie dir gemäss DR (Art. 104) offen stehen. Klagen sind immer Sand im Militärgetriebe.

  5. Reiche beim Vorgesetzten des vorschlagenden Offiziers eine Dienstbeschwerde (gemäss Art. 104 DR) ein. Du kannst sie z.B. damit begründen, dass du unkorrekt beurteilt oder unter Druck gesetzt wurdest.

Nach der RS

Du kannst die Zeit vor der UO dazu benützen, um zu versuchen, deinen Vorschlag rückgängig zu machen. Schreibe einen Brief ans VBS (UG Personelles der Armee, VBS, 3003 Bern) und zeige auf, dass dir die für einen Vorgesetzten notwendigen Führungsqualitäten fehlen. Auch ein Schreiben deines Arbeitgebers kann nützen. Nach negativer Rückmeldung rufe beim VBS an. Sei aber nicht enttäuscht, wenn es so nicht klappt. Du kannst als nächsten Schritt auch versuchen, ein psychiatrisches Gutachten über deine Dienstuntauglichkeit erstellen zu lassen. Achtung: Oft ist es leichter, ganz vom Militärdienst wegzukommen als nur von der UO! Über den Zivildienst als weitere Möglichkeit erfährst du mehr auf Seite 5.

Nichteinrücken in die UO führt zu einem Verfahren wegen Militärdienstverweigerung. Die Strafe beträgt 2-3 Monate Gefängnis (häufig bedingt), ohne Garantie, nicht mehr aufgeboten zu werden. Selbst in der UO gibt es noch Möglichkeiten wegzukommen. Wer mindestens acht Tage Arrest erhält, wird zum Beispiel heimgeschickt. Häufig erfolgt danach kein zweites Aufgebot.

Mehr Infos: Rechtshilfebroschüre, Kontaktadressen

 

 
   
 
http://www.gsoa.ch/panzerknacker
gekocht am 27 Jul 2001 in dieser webküche
 
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