grüne Tarnung

Solidarität statt Soldaten

Weitermachen

Ich muss hier weg

Etwas sinnvolles

Eine Scheibe

Ein ungeheurer Akt

Lächerlickeit

Nicht nur einsteckein

Truppen Horoskop

Kontakte

AUS DER RS RAUSKOMMEN

Ich muss
hier weg!

Hältst du es in der RS nicht mehr aus, stehen dir grundsätzlich zwei Wege offen: ein Zivildienstgesuch stellen oder ärztliche Dispensation. Entscheide dich für einen Weg und folge ihm dann konsequent, denn die Argumentationen schliessen sich teilweise gegenseitig aus. Dazu einige Informationen und Tipps:

Zivildienst / Verweigerung

Du hast die Möglichkeit, ein Zivildienstgesuch aus der RS heraus bei der Zentralstelle für Zivildienst in Thun einzureichen (siehe Seite 5). Es wird prioritär, d.h. innerhalb ungefähr zweier Wochen behandelt. Dann wirst du von der Zentralstelle für Zivildienst vorgeladen. Wichtig ist dabei, dass du glaubhaft ethisch und gewissensbezogen argumentierst. Die Gründe dürfen nicht im Dienstbetrieb liegen. Wird das Gesuch akzeptiert, wirst du aus der RS entlassen. Bist du aber schon unerlaubt nach Hause gegangen, wird dir vom Militärgericht auch dann eine Strafe wegen Ausreissens aufgebrummt, wenn dich die Zentralstelle zum Zivildienst zulässt, allerdings in diesem Falle eine eher geringe (Busse, Gerichtskosten). Verweigerung aus anderen Motiven (zum Beispiel politischen Gründen) bleibt in der Schweiz strafbar. Der Tarif beträgt ungefähr 5 bis 10 Monate Knast.

Ärztliche Dispensation

Fehlt dir körperlich nichts Wesentliches, kannst du versuchen, mit psychiatrischer Hilfe wegzukommen. Militärärztliche Hilfe ist zuweilen, nicht immer, erfolgversprechend. In der RS wendest du dich an den Truppenarzt, den Waffenplatzpsychiater oder den psychologischen Dienst der Armee. Das ist dein Recht. Militärspitäler wie Gösgen stehen hingegen nur "Sammeltransporten" auf Anordnung von oben offen. Beantworte den Militärärzten gegenüber keine Fragen über Politik oder Ähnliches. Brich die Unterredung ab, wenn sie dich als Simulanten hinstellen wollen. Beschränke dich in deinen Aussagen auf gesundheitliche Aspekte. Hole eventuell im Urlaub von deinem Hausarzt ein Arztzeugnis ein. Es ist wichtig, dass du nicht als "verkappter Verweigerer" erscheinst. Gehst du ohne Dispens nach Hause oder rückst vom Urlaub nicht mehr ein, kommt ein Strafverfahren auf dich zu. Lasse dich in der Zwischenzeit von einem privaten Psychiater begutachten und lege das Zeugnis dem Untersuchungsrichter vor. Kein Kommandant darf dich wegen Dienstverweigerung in Beugehaft nehmen. Die Heerespolizei wird nicht ausrücken, wenn dein Aufenthaltsort bekannt ist. Nimm früh genug mit einer Beratungsstelle für Militärprobleme Kontakt auf, wenn du es in der RS nicht mehr aushältst (Adressen siehe Seite 11). Diese sind in der Regel Tag und Nacht irgendwie erreichbar.

Mehr Infos:

  • GSoA-Rechtshilfebroschüre
  • Etwas Sinnvolles tun, Handbuch zum Zivildienst, Beratungsstelle für Miltitärverweigerung und Zivildienst, Ruedi Winet, Limmat Verlag

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

In der RS gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zeit für dich und deine Kollegen erträglicher zu gestalten. Hier nur ein paar Tipps:

  • Kritisiert einander nicht vor Vorgesetzten.
  • Sprecht einander mit dem Vornamen an, das ist persönlicher.
  • Arbeitet so schnell wie der Langsamste unter euch. Damit könnt ihr verhindern, dass die Offiziere euch gegeneinander ausspielen.
  • Lasst nicht zu, dass Kameraden mit Sonderjobs schikaniert werden.
  • Verhaltet euch untereinander so, wie wenn es um euch herum die Armee nicht gäbe. Ihr braucht euch nicht gegenseitig rumzukommandieren, es gibt andere Gesprächsthemen als die letzte Schiessübung.
    Kurz: wie Zivilisten, die man in eine Uniform gezwungen hat.
 
   
 
http://www.gsoa.ch/panzerknacker
gekocht am 27 Jul 2001 in dieser webküche
 
GSoA Homepage